Regie: Jeannot Hunziker

Es ist wunderbar, wenn man sich auf der Bühne darauf verlassen kann, dass das Stück standhält. Das ist bei Dürrenmatt garantiert. Aus seinem Text entwickeln sich die Charaktere, die Handlung und ein Netz aus feinen und feinsten Bezügen zwischen den Szenen.
Ursula Frischknecht als alte Dame und Hans Strub als Alfred Ill werden zu den Sympathieträgern der Aufführung. Die Güllener, gespielt von langjährigen Mitgliedern und neuen jungen Darstellern, demaskieren sich zusehends als potentielle Mörder, die aus schlechtem Gewissen und für viel Geld schliesslich alles tun und auf offener Bühne jemanden umbringen.
Barbara Bornhauser entwirft und näht die Kostüme, Maja Schönenberger bedient wieder das Lichtpult und Ursula Frischknecht übernimmt die Produktionsleitung.


Nach der Aufführung formiert sich der Vorstand neu, Hans Strub, der vor 40 Jahren das Kleintheater Schwamendingen (KT12) gegründet und lange geleitet hat, wird neuer Präsident.
Ursula Frischknecht, Folma Hoesch und Christine Profos bilden eine Findungs­kommission und entscheiden sich zusammen mit dem Vorstand für das neue Stück: Thomas Hürlimann, Das Einsiedler Welttheater 2007. Dieses Mal muss der Text für unsere Aufführung stark bearbeitet werden. Hürlimann schrieb seine Version des „Grossen Welttheaters“ von Calderon de la Barca für die riesige Freilichtbühne vor dem Kloster Einsiedeln. Der Text bezog sich dort in vieler Weise auf den Ort Einsiedeln, die Klostergebäude, die Mönche, den katholischen Gottesdienst, die Legenden der Klostergründung. Profischauspieler spielten neben Mönchen und 300 Bewohnern des Dorfes.
Aus der grossen Freilichtaufführung wird ein Kammertheater. Statt im katholischen Umfeld spielen wir in der Kapelle der Helferei, im Schatten des Grossmünsters, statt Einsiedeln ist Zürich nun der Ort des Geschehens. Wir sind viel näher am Publikum, statt des visuellen Spektakels hat das Wort eine grössere Bedeutung. Die Figuren und die kaleidoskopartige Bilderfolge der Szenen bleiben aber barock.

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